Normfrau

Was ist eine  Normfrau ? 24.Juli 2001

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Ich hätte gerne Erfahrungsberichte von dicken Frauen, dünnen Frauen, großen Frauen, kleinen Frauen, großen dicken, kleinen dünnen und kleinen dicken und großen dünnen - eben alle die, die nicht den Körper von Claudia Schiffer haben und das auch oft genug zu hören kriegen.

Ich suche kinderlose Frauen, kinderreiche Frauen, Ein-Kind-Mütter, junge Mütter, alte Mütter, Mütter behinderter Kinder, behinderte Mütter - alle die, die nicht der 1,7 Kind-Normfrau entsprechend.

Wo sind die Nur-Hausfrauen, die Karrierefrauen, die Sozialhilfeempfängerinnen und Langzeitarbeitslosen ??

Bitte schreibt mir eure persönlichen Erlebnisse, ich lege keinen Wert auf Stil oder Rechtschreibung (dafür hab ich die F7 Taste), mich interessieren eure Erfahrungen. Lasst euch auch durch meinen bisweilen bissigen Stil nicht ablenken, ein schriftliches Gejammer ist genauso ok.

 


Was ist eine Normfrau ?

DIN 90-60-90

In unserer Umgebung ist genau definiert, wie eine Frau gefälligst zu sein hat; ich beschreibe hier mal den typischen Lebenslauf einer gesellschaftlich anerkannten Frau :

Nachdem die Normfrau ein liebes, nettes, zurückhaltendes Mädchen war und ebenso lieb, nett und zurückhaltend die Teenagerzeit durchlaufen hat macht sie einen Schulabschluss und beginnt eine Lehre oder ein Studium. Während dieses beruflichen Werdeganges lernt sie einen aufstrebenden jungen Mann kennen, der etwa ein bis drei Jahre älter ist als die Normfrau und sie mindestens um 10 cm in der Körpergröße überragt, stellt ihn natürlich erst ihren Eltern vor und verliert dann ihre Jungfräulichkeit (jaaaaaaaa, die moderne Normfrau geht nicht mehr als Jungfrau in die Ehe). Hat sie ihre Lehre beendet bzw. das Studium abgeschlossen wird geheiratet.

Die Toleranzzeit bis zum ersten Kind beträgt ca. ein Jahr, dann muss der Junge geboren sein (zweitklassige Normfrauen bekommen zuerst das Mädchen). Selbstverständlich schöpft die Normfrau ihren Erziehungsurlaub voll aus und schmeißt mit einem Lächeln auf den Lippen den Haushalt (in ihrem Haus ist es IMMER ordentlich und sauber). Sie ist immer ruhig und ausgeglichen und ihrem Mann am Abend eine feurige und phantasievolle Liebhaberin. 2 Jahre und 6 Monate später wird dann das zweite Kind geboren, dass sich im Geschlecht selbstverständlich vom ersten Kind unterscheidet. Natürlich bewältigt die Normfrau auch weiterhin Kinder, Haushalt und Beziehungsarbeit mit dem Ehemann mit links - stets ist sie gut frisiert, elegant gekleidet und hat ein dezentes Make-up aufgelegt.

Ist das zweite Kind dann 3 Jahre alt freut sich die Normfrau, dass sie in ihren Beruf zurückkehren kann, denn die Normfrau ist als Hausfrau und Mutter noch total unausgelastet. Selbstverständlich arbeitet sie die ersten Jahre nur halbtags, damit sie ihren Kindern ein vollwertiges Mittagessen vorsetzen kann.

Sind die Kinder dann selbstständig (so mit 16 Jahren) steigt die Normfrau voll in ihre Karriere ein, unterstützt ihren Mann wo sie nur kann und erledigt natürlich weiterhin ihren Haushalt perfekt.

Die Normfrau steigt beruflich auf (verdient dabei natürlich nicht auch nur einen Pfennig mehr als ihr Mann), wird aber niemals Anspruch auf eine führende Position erheben - denn das ist schließlich Männersache !

Wenn die Normfrau mit 60 Jahren in Rente geht ist sie eine liebevolle Großmutter, kümmert sich noch intensiver um den Haushalt (sie putzt die Fenster dann wöchentlich) und bleibt auch weiterhin eine Sexbombe für ihren Mann.

Bevor sie der Gesellschaft aus Altersgründen zur Last fällt, nimmt sie sich einen Spaten, schaufelt sich ein Grab und fällt hinein. Als Geist kehrt sie aus dem Paradies zurück, schaufelt das Grab noch zu und bepflanzt es - man will ja andere nicht seine Arbeit aufhalsen.

Dann kehrt sie ein ins Paradies und beginnt auf den Wolken Staub zu wischen .......

 

 

24.07.01 von Tina 

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