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Normfrauen in der Werbung

In den angeblich so kreativen Köpfen der Designer in Werbeagenturen wimmelt es nur so vor Normfrauen – in gewisser Weise verstehe ich das auch: drei genormte Frauen Typen lassen sich leichter verwalten als Tausende...

Die Typ-Einteilung der Werbenormfrau ist recht leicht zu durchschauen.

Wir hätten da als erstes die Karrierefrau

Die Karrierefrau ist ledig aber nicht ungebunden, ein stattlicher Mann ziert ihre Seite; sie hat einen Traumjob, ist entweder Anwältin, Modedesignerin oder Ärztin; sie hat eine geschmackvoll eingerichtete Wohnung, sorry, ein Loft; sie fährt Cabrio; sie hat einen Hund oder eine Katze; sie treibt Sport und natürlich noch die Wichtigste aller Eigenschaften: Sie sieht wunderschön aus, ist immer (IMMER!!!!) gepflegt und guter Laune, hat einen Traumkörper und selbstverständlich nicht ein Gramm zuviel auf den Rippen.

Die typische Karrierefrau trinkt Jakobs Krönung light, trägt Always Tanga-Slipeinlagen in schwarz und ernährt sich ausschließlich von du darfst Produkten.

 

Typ Nummer 2 die Mutter

Die Mutter ist quasi die Fortsetzung von der Karrierefrau – nämlich verheiratet mit dem stattlichen Mann und Mutter von bis zu 2 Kindern, die sie fürsorglichst versorgt.

Die Mutter hat ihr Loft gegen ein Einfamilienhaus eingetauscht und das Cabrio gegen einen Kombi. Ihre wirklich wichtigen und entscheidenden Eigenschaften hat sie natürlich behalten, ihr äußeres Erscheinungsbild ist immer noch gepflegt (IMMER!!!) , Sie hat immer noch einen Traumkörper und kein Gramm Fett verschandelt ihre Fassade.

Die Mutter sprüht ihr ihre Kinder minütlich mit Sagrotan Spray ein, füttert sie mit Nimm zwei Fruchtgummis und poliert ihr Haus mit Meister Propper auf Hochglanz.

Und zum Schluss die Großmutter

Irgendwann kommt jede Normfrau in die Jahre. Aus dem Kombi wird eine Limousine, das Haus putzt eine Putzfrau und nur was ihren Körper angeht, daran hat sich nicht viel geändert. Die Haare sind ergraut und in Dauerwellen gelegt, sie benötigt jetzt eine Brille um den Enkelkindern eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen, aber in den wirklich wichtigen Dingen hat sich nichts geändert, denn auch die Großmutter trägt immer noch Kleidergröße 36...

Die Großmutter kennt die sanftesten und natürlichsten Abführmittel, pflegt ihre dritten Zähne mit Coregatabs und wegen ihrer Inkontinenz trägt sie Tena Lady.

Mehr Frauentypen gibt die Werbung nicht her und folglich gibt es praktisch keine Werbung, von der ich mich angesprochen fühle – niemals sitze ich vor dem Fernseher und frage mich, ob ich eine Schokoknacker und Milchschaumschlürfer bin. Mich kneift meine Stringtanga Slipeinlage beim Mountainbiking nicht und ich sah bei meiner Hochzeit vergammelter aus, als die Werbe-Mutter beim Hausputz.

„ich will so bleiben wie ich bin .....“

 

1.08.01 von Tina 

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Lisa, die junge Zeitschrift für die Frau

Wow – Lisa, das klingt toll!

Ich habe diese Zeitschrift bei einem Ikea Besuch geschenkt bekommen und gleich Abends auf dem Klo angefangen durchzublättern:

Seite 3 – „Faulenzen hält länger jung“ ein wirklich überzeugendes Thema der Woche und ich beschließe mich im Bett noch ein wenig mehr mit dieser tollen Zeitung zu beschäftigen.

Seite 4 und 5 – „Aqua – Farben“ *wäh* Mode Mist in Größe 36, schnell weiterblättern

Seite 6 und 7 – Dessous, hübsch-hübsch *weiterblätter*

Seite 8 - „Die richtige Rocklänge für jede Figur“ sososososo, ich sollte mir also knielange Röcke in A-Form zulegen mit schreienden lila-70er-Jahre-Mustern, für nur 129,90 DM (verschämt denke ich an meine 3 lieblings-Penny-12, 95DM- Jeans-Miniröcke)

Seite 9 - WERBUNG für Blondierspray, sorry – ich färbe meine Haare seit Jahren in knallrot und so bleibt das auch, Lisa hin oder her

Seite 10 bis 12 – ein langer Artikel über Frauen, die ihre Kinder verloren haben, ich lese, dass frau damit ihr Leben lang nicht fertig werden wird und das Leben trotzdem weitergehen wird, dazu Bilder von Ursula Karven und natürlich Petra Schürmann, ich habe einen schalen Geschmack im Mund, denn auch hier spüre ich nichts als Sensationsgier, kaum wahre Anteilnahme.

Seite 13WERBUNG für die Bunte, Harald Schmitts Brille liegt kaputt auf deinem Schreibtisch und ich war nicht dabei – bisher hat es mir auch nicht gefehlt, vielleicht sollte ich gleich morgen einkaufen gehen????

Seite 14/15 – junge gutgelaunte, hübsch anzusehende Menschen erklären uns, „warum der Sommer uns so herrlich gut tut“ – körperformende Gymnastik am Strand – „Sonnenkraft hilft durch den Alltag“ – ja wann kommt er denn der Sommer denke ich mir und blättere um...

Seite 16 und 17 – ahhhhhhh, die unvermeidlichen super einfachen Frisuren Tipps, kann jeder nachmachen, kein Problem und wenn’s nicht klappt –einfach 3 Liter Gel ins Haar, alles straff zurückkämmen und es Liza-Minelli-Look nennen *ahhhhhaaaaaaaa*

Seite 18 – wasserfestes Make-up, denn Frau von Welt sieht auch im Pool wie aus dem Ei gepellt aus und wer das bisher noch nicht wahrhaben wollte, wird hiermit eines Besseren belehrt!!

Seite 19WERBUNG für rote Haarfarbe, auf dieser Seite verweile ich länger als auf Seite 1 bis 18......

Seite 20 bis 23 - „Das große LISA-Sommer-Horoskop“ Ich bin zwar Jungfrau, aber mir gefällt das Horoskop der Zwillinge besser, sicher mein Aszendent - bestimmt!!!

Seite 21WERBUNG für Shampoo

Seite 22 links - WERBUNG für Migräne Tabletten

Seite 23 rechts – WERBUNG für Abführmittel

Seite 24 unten – WERBUNG für Yogurette

Seite 25 unten – WERBUNG für Zinktabletten, für Haut, Haare und Nägel

WAS BRAUCHT FRAU NOCH MEHR ZUM LEBEN – klar, Tanga Slipeinlagen in schwarz............

Seite 24 und 25 oben - das „Sommer-Orakel-Spiel“ – würfle eine Zahl, schließ die Augen, tipp auf ein Symbol, zähle die gewürfelte Anzahl der Augen intuitiv in irgendeine Richtung und du erfährst, ob sich dein größter Wunsch erfüllen wird *blablablawäschwäsch* ich blättere entnervt um

Seite 26 - „Eine ganze Stadt atmet auf“ denn das Phantom von Kehl ist endlich gefasst – ich lese nur die roten Überschriften im Text „Er legte eine Spur des Schreckens“ „Ein Opfer konnte knapp entkommen“ „Er stach mit einem Säbel zu“ „Die Ehefrau ist fassungslos“ „Hat er noch mehr Frauen getötet?“ „Verleumdungen und zwei Selbstmorde“ – diagonal lesen für Hausfrauen, tolle Sache!

Seite 27 - WERBUNG für Kapseln, die starke und kräftige Haare versprechen, passt ganz hervorragend zum Phantom von Kehl, wirklich!

Seite 28 und 29 – Medizin aktuell, wir erfahren alles über gesunde Bräune, den Jet-Lag und wie eiskaltes Wasser Herz und Kreislauf gut tut, kleine Artikel, bunte Bilder, nicht zu anstrengend und alles herrlich nichts sagend

Seite 30 und 31 - es geht um Melonen, vitaminreich, wahnsinnig gesund und ganz wenige Kalorien, eine kurze Übersicht über 4 verschiedene Melonen Sorten, ganz nett und unten drunter

WERBUNG für Enthaarungscreme, ein Schmerzmittel gegen Regelschmerzen, Nagelbettcreme und ein „Gesundheitsdokumente“ Buch *ach*

Seite 32 – eine niedliche Tierseite *knuddel*

Seite 33WERBUNG für die unglaubliche 24 STD. Thermal-Feuchtigkeitspflege – keine Probe dabei, Mist

Seite 34 – „Leben live“ der Artikel, weswegen ich diese Zeitung überhaupt so zerpflücke, ich gestehe!

Mareike Z.*, aus Husum (* Name von der Redaktion geändert) berichtet: „Ich war so froh, dass ich nach der Babypause wieder eine Stelle in einem Hotel gefunden hatte. Florian und ich wollten uns die Versorgung der Kinder und den Haushalt aufteilen. Doch dann hielt er sich nicht an die Abmachung. Ich war mit den Nerven fast am Ende“.....

Endlich waren die zwei Kinder im Kindergarten bzw. in der Schule und nach 7 furchtbaren Jahren der Verblödung und des Eingesperrt seins – äh der Babypause (2 Kinder, Junge und Mädchen, logo) fand Mareike Z. endlich wieder eine Stelle als Empfangsdame, halbtags, wie sich das für eine gute deutsche Mutter gehört. Doch der Mann fühlte sich vernachlässigt und ließ schon nach einer Woche die Wurst vom Frühstück (welches die Mutter liebevoll um 5.30 Uhr vorbereitete) einfach auf dem Tisch stehen!!! Doch als er dann einen Tag später die Wäsche nicht aufgehängt hatte, die Mareike Z. „morgens noch rasch in die Maschine gepackt hatte“, da war alles aus! Mareike Z. war wütend, die Kinder quengelten und abends riss sie einen Streit vom Zaun!

dramaturgische Pause

In einem langen Gespräch sah Mareike Z. dann ein, dass ihre Arbeitszeiten mit ihrer Familie nicht zu vereinbaren waren. Sie hatte es schließlich ihrem Ehemann zugemutet, die Kinder jeden Morgen in den Kindergarten bzw. zur Schule zu bringen, nur weil er erst um 9. 00 Uhr aus dem Haus müsse – so geht das schließlich nicht! Doch die herzensgute Hotelverwaltung ließ mit sich reden, verlegte ihre Arbeitszeiten, so dass sie von nun an die Kinder morgens wieder an der Backe hatte und bis nachmittags um 15.00 Uhr statt 13.00 Uhr arbeitete und der Ehemann half fortan unaufgefordert im Haushalt (natürlich nur an den Tagen, an denen sie arbeitete...)

Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende und wenn sie nicht gestorben sind *würg*

Frauen, nun wisst ihr was eure Aufgabe ist – der Weg zur ewigen Glückseeligkeit liegt offen vor euch – auf Seite 34 (und nicht vergessen, den Mann nicht mit Haushaltlichen Pflichten belasten, das schadet der Ehe!!!)

Seite 35 WERBUNG für LadyProtector „Bodyguard“, denn der Weg zur Glückseeligkeit ist nur möglich mit glatten Beinen und haarlosen Achseln (und nicht die Bikini-Zone vergessen *verschämtlächel*)

Seite 36WERBUNG noch eine Zeitung „wellfit“ – alles, was gut tut *ohneWorte*

Seite 37 bis 44 – Sachen die wirklich gut tun: ESSEN!!!!! Kuchen, Kuchen, Kuchen – leckere Rezepte, launesteigernde Kalorien und zum Abschluss noch was herzhaftes, diese Reihenfolge gefällt mir!!!

Seite 45 - WERBUNG – bei Milram gibt’s ein Auto zu gewinnen

Seite 46 links - WERBUNG für Rapsöl (leicht und lecker)

Seite 47 rechts - WERBUNG für hochdosierte Mineralstoffe – wir waren ja gerade beim Essen...

SEITE 46/47 - und ihr dachtet, nach Mareike Z.* kommt es nicht mehr schlimmer??? Pahh! „Psychologie im Alltag“ – lass dich nicht als Seelenmülleimer missbrauchen *verständnissvollguck* (diese Bild Leute, dieses Photo – ich könnte reinschlagen in dieses verständnisvolle Gesicht!!!) Und dann kommt es, klein und unscheinbar – die „aktuelle Studie“: Kind & Job machen Frauen stark!!!!

„ ,Wie du das nur machst? Beide Kinder, der Haushalt und dann noch dein Job? Und dabei bist du entspannt und gut drauf!`Etwas in der Art hört Elke (36) oft. Es ist eine echte Doppelbelastung, der die Sachbearbeiterin ausgesetzt ist – und doch scheint sie in sich zu ruhen. „Mir geht es blendend!“ , Sagt sie mit triumphierenden Lächeln. „Und so selten krank wie jetzt, wo ich wieder arbeite, war ich noch nie.“

Im Gesundheitsbericht der Familienministerin Christine Bergmann steht`s: Berufstätige Mütter haben ein höheres Selbstbewusstsein und sind gesundheitlich stabiler als Frauen, die sich nur auf die Kinder oder nur auf die Karriere konzentrieren.

„Ich empfinde es als echte Bereicherung, nicht nur bei den Kindern zu sein. Aus meiner Arbeit ziehe ich eine Menge Energie“, so Elke.

Dazu ein Bild: lächelnde Mutter (totschick, perfekt geschminkt) mit einem lächelnden Kleinkind (ebenfalls geschniegelt und brav) auf dem Schoss, sitzt am Schreibtisch, Maus in der Hand und arbeitet.

Ich gebe zu – diese Seite sieht ein wenig geschunden aus, ich habe die Zeitung nämlich wutentbrannt ins Eck geschmissen – ich bin so eine dauerkranke, selbstzweiflerische Hausfrau, die sich nur auf die Kinder konzentriert – oh diese Schmach!! Es bedurfte dieser Lisa um mich auf diesen Misstand aufmerksam zu machen! Hausfrau, Mutter – minderwertiges Gesocks, solange ich nicht eine Menge Energie aus einer Halbtagsstelle ziehe. SACHBEARBEITERIN – oh diese Bereicherung für mein Leben! Was können mir Kinder geben – nichts, aber so ein Haufen Akten, ein Büro, geregelte Arbeitszeiten und ein Tässchen Kaffee mit der Kollegin *plausch*

Nun glaubt es doch – es gibt nun mal Verhaltensregeln für eine gute deutsche Frau und die kriegen wir alle Nase lang eingetrichtert: wie wir zu sein haben, was wir zu sein haben und was absolut tabu ist. Wir haben in diesem Rahmen zu leben, dann sind wir nämlich endlich gut zu lenken und nicht so furchtbar unbequem – darauf eine Abführtablette!

Seite 48/49 – die absolute Krönung: „Eine Nacht, die er nie vergisst.....“ wie verführt die perfekte Hausfrau/Mutter/Arbeitnehmerin gekonnt ihren Mann? Denn klar zu dem Rollenbild der perfekten Frau gehört auch, eine tolle Liebhaberin zu sein, die ihren Mann zu ekstatischen Höhen der Lust treibt – denn das hat er sich schließlich verdient!

Frau schafft dazu die Kinder weg und organisiert einen Abend in einem schicken Restaurant, anschließend geht man in eine Bar (dazwischen schält sie sich gekonnt und unauffällig aus dem Slip und drückt ihm ihn mit einem geheimnisvollen Lächeln in die Hand) und dann lebt sie ihre geheimen Phantasien aus die gekrönt werden „von einer grandiosen Explosion der Lust“ dazu ein kleiner Kasten mit „Liebesgeflüster“ – Was wir Frauen lieben: „Er sollte nicht so tun, als ob er uns Frauen verstünde. Er sollte überhaupt nie so tun als ob!“ - „Und er darf uns gern sagen, dass er uns liebt. Überhaupt ist es prima, über Gefühle zu reden“

Unten auf der Seite WERBUNG für Kosmetiktücher – das passt ja!!!!!!!!!

Den Rest der Zeitung habe ich nicht mehr gelesen, denn schon die Lektüre des halben Blattes hat mich hinreichend auf meine Unzulänglichkeiten aufmerksam gemacht; ich entspreche diesem Frauenbild in keinem Punkt und habe ehrlich gesagt auch nicht vor es zu tun.

Ich bin gerne Mutter, nur Mutter, Ganztags-Mutter, Profi-Mutter, eine stay-at-home-mum und ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Job völlig ausreichen für mich ist. ICH brauche nicht mehr.

Ich akzeptiere, dass andere Frauen ihre Erfüllung nicht als ausschließlich Mutter finden und damit sie arbeiten gehen können betreue ich ihre Kinder – als Tagesmutter und in diesem Job bin ich unschlagbar gut!

Aber ich wehre mich dagegen, wenn wir ständig in Schablonen gepresst werden, wenn wir Normen vorgesetzt bekommen, nach denen wir uns richten sollen und seinen sie noch so schön verpackt wie in LISA, der jungen Zeitschrift für die Frau für nur 1,50 DM – 1,50 DM voller unerreichbarer Ideale, an denen die Durchschnittsfrau irgendwann zerbrechen wird.......

Kleine Bemerkung am Rande:

Chefredakteur ist übrigens ein Mann.

Stellv. Chefredakteur noch ein Mann und dann doch glatt noch eine Frau, herzlichen Glückwunsch Frau Kosowski! Leitender Redakteur wieder ein Mann und in der Redaktion endlich wieder Frauen – in der Schlussredaktion 4 Männer und 2 Frauen.

 

22.7.2001 von Tina / Lisa Nummer 28 vom 4. Juli 2001  

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ALWAYS mit Geruchsfilter

Was hat der Frauenwelt nach der schwarzen Tangaslipeinlage noch gefehlt? Richtig - Binden mit Geruchsfilter!

Wie wir modernen Frauen wissen, ist die Regelblutung dazu da um uns zu geißeln. Das ist heute nicht anders als vor 1000 Jahren, wir sind während der roten Pest unrein und müssen alles tun um, damit man uns nicht anmerkt was los ist. Und weil wir ganz genau wissen, dass alle Welt RIECHEN kann, wenn Tante Klara zu Besuch ist, haben wir uns bisher in dieser Zeit nur ungern an die Öffentlichkeit gewagt.

Aber jetzt ist Schluss damit, denn jetzt gibt es Always Ultra mit Geruchsfilter! In der Werbung sehen wir einige nette junge Frauen in einem kleinen Flugzeug. Eine geht lächelnd Richtung Toilette, wir erfahren dass sie gerade ihre Menstruation hat und sie traut sich doch tatsächlich sich eng an einem gut aussehenden jungen Mann vorbeizudrücken. Die Stimme aus dem Off erklärt, dass dank der neuen Always Ultra niemand mehr riechen kann, was sie zur Toilette treibt. Alle lächeln, alle sind froh.

Ich habe vor Wut fast in den Tisch gebissen!

Bisher dachte ich, es sei Jahrhunderte her, dass Frauen wegen ihrer Regelblutung ausgegrenzt und mit Vorurteilen bedacht wurden. Wir leben im 21. Jahrhundert, sind aufgeklärt und wissen was in unserem Körper vorgeht. Männern wächst ein Bart, wir haben unsere Blutung. Männer rasieren sich, wir überlegen ob uns Binden oder Tampons lieber sind.

Dem ist anscheinend nicht so - denn wir Frauen müssen uns auch weiterhin schämen, denn wir stinken während der Regelblutung. Sagen die von Always und selbst wenn ich nichts rieche - tun es vielleicht andere?

Wie lange wird es dauern, bis wir während der Regel das Haus nicht mehr verlassen dürfen?

Wann sind wir Frauen so emanzipiert, dass wir endlich so normal mit unseren ureigenen körperlichen Vorgängen umgehen können, dass wir uns keine Binden mit Geruchsfilter mehr andrehen lassen?

Und werden dann auch endlich die Tampons mit Einführhilfe abgeschafft?

18.02.03 von Tina 

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Musikvideos

 

Ich kam so eben durch Zufall auf diese Seite und ich muss euch sagen ihr sprecht mir aus der Seele. Bei manchen Geschichten habe ich mich gekrümmt vor lachen, bei anderen habe ich geheult wie ein Schlosshund.
Wie ich auf diese Seite kam? Nun ja ich mache gerade meine Facharbeit über Medien und Manipulation - das Frauenbild in der Werbung. Seit ich mich mit diesem Thema näher beschäftige habe ich 10 Kilo zugenommen und bin immer mehr frustriert. Besonders traurig stimmt mich die Tatsache dass Frauen in meinem Alter die Augen nicht aufmachen wollen und sich einfach in das uralte Klischee der Frau zwängen lassen und sich zwängen.
Ich möchte eine Geschichte über meine kleine 14jährige Schwester erzählen. Zuvor schreibe ich eine kleine Einleitung:

Musikkonzerne leben die Pornographie in ihren Musikvideos, die tagtäglich 24h am laufenden Band in diversen Musiksendern ausgestrahlt werden. Tatsache ist, dass sich die unmissverständlichen sexistischen Messages in der heutigen Zeit am besten vermarkten lassen. Strippende, junge, gesichtslose, austauschbare Frauen schmiegen sich an "richtige Kerle"; man könnte diese aber auch schlicht als Proleten bezeichnen. Dieses Phänomen kann man am häufigsten in den Musikrichtungen HIPHOP und POP beobachten. Falls diese in langen Jeans und T-Shirts, die über den Bauchnabel reichen, dargestellt werden, so kann ich ohne schlechtes Gewissen behaupten, dies sei eine Ausnahme. Jedoch ist unterwäscheähnliche Kleidung die Regel. Je mehr Haut desto besser. Das gibt unserer Jugend das Gefühl, Frauen seinen immer billig und willig. Junge Männer bekommen ein ein absolute falsches Frauenbild (ich seh's an meinem 16jährigen Bruder, der doch tatsächlich der Meinung ist, Frauen gehören an den Herd usw. usw. Ich und meine Mutter rücken dann aber schon wieder zurecht)


Naja, eigentlich schlimm ist nur, dass die heranreifenden Frauen um jeden Preis dem oben genannten Klischee entsprechen wollen. Sie beginnen das im TV dargestellte zu imitieren. Sie fühlen sich oftmals erst dann begehrenswert, wenn ihnen irgendwelche Typen auf den Busen starren oder sie in den Po kneifen. So auch meine kleine Schwester (leider). Ich war mit ihr gestern abends weg, weil ich ihr das zum Geburtstag geschenkt habe (noch was: meine Schwester ist richtig hübsch). Auf jeden fall meinte irgend so 'n Typ, ca. 18jahre zu ihr, sie sähe richtig gut aus, wenn man ihr eine Tüte über den Kopf stülpe. Ich empfand diese Aussage als äußerst verletzend, doch zu meiner Verwunderung meinte meine Schwester nur.... " ist doch toll, ich hab 'nen schönen Körper, das ist doch alles was zählt." Ich find's toll das sie da immer noch was Positives entdecken konnte, aber ich fand's nur deprimierend.

3.09.2003 von Miri

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