Ansichten und Einsichten

Afghanistan 13.August 2001
Das perfekte Paar 26.Oktober 2001
Die Normfrau bei der Bundeswehr 15.August 2001
Das Mutti  26.Oktober 2001
Damals im Paradies  15.November 2001
Hausfrauen in der Waschküche 18.Januar 2002
Scheidung ? 21. Oktober 2001
Sex and the doctor 26.März 2002
Hausfrauenfrust 1. August 2002
30 18. August 2002
Maschinen mit Sensor 01.Oktober 2002
Dankbarkeit 24.Oktober 2003

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Afghanistan

Im Gegensatz zu den Grausamkeiten, unter denen afghanische Frauen leiden müssen, sind unsere Probleme mit der Norm einfach nur lächerlich.

Ich denke mal ihr habt alle schon mitbekommen, wie die Taliban "ihr" Land beherrschen. Afghanistan war mal ein moderner Staat mit einer demokratisch gewählten Regierung, ein reiches Land im Aufwind.

Doch dann kamen die Koran-Schüler und haben dieses Land innerhalb kürzester Zeit in einen Gottesstaat verwandelt und ins Mittelalter zurückgeworfen.

Frauen waren früher einmal in Afghanistan gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft, sie haben studiert, sie standen voll im Berufsleben, sie waren anerkannt und emanzipiert - jetzt werden sie von den Taliban verprügelt, wenn sie sich ohne männliche Begleitung auf die Straße wagen.

Sie müssen sich vollkommen verschleiern, dürfen keinem Beruf mehr nachgehen, je werden sogar von Ärzten nicht mehr medizinisch versorgt - es gibt nur noch männliche Ärzte und die dürfen fremde Frauen eben nicht behandeln.

Frauen dürfen übrigens unter keinen Umständen ihr Geld selbst verdienen, auch dann nicht, wenn ihr Mann gestorben ist und sie nicht weiß, woher sie Essen für ihre Kinder nehmen soll.

Die Taliban berufen sich bei all ihren Gesetzen auf den Koran, nun frag ich mich, ob sie ihn jemals gelesen haben ! Wie können diese Menschen mit der tolerantesten und frauen-freundlichsten der drei großen monotheistischen Religionen solchen Schindluder betreiben ? Nirgendwo im Koran steht geschrieben, dass Frauen komplett verhüllt sein müssen, nirgendwo, dass sie aus dem Alltagsbild zu verschwinden haben.

Ich kann wirklich nicht verstehen, wo dieser Hass herkommt, warum die Taliban eine solche Unterstützung bekommen - öffentliche Hinrichtungen und das Volk jubelt.... Die Hälfte der Bevölkerung wurde elementarster Menschenrechte beraubt und die Koran-Schüler kommen damit durch ??

Von der afghanischen Normfrau sieht und hört MANN nichts, sie ist zu einer Haussklavin degradiert, zu einem Haushaltsgegenstand geworden .....

Wir können hier in Deutschland jubeln, dass wir von religiösem Fanatismus egal aus welcher Richtung verschont bleiben, vor allem von Fanatikern, die ihre Religion pervertieren !

Hier ist der Link zu Rawa, der revolutionären Vereinigung der Frauen Afghanistans; Rawa ist eine politische und soziale Organisation afghanischer Frauen, die für Frieden, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte im vom Fundamentalismus zerstörten Afghanistan kämpfen.

 

Tina, 13. August 2001

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Die Normfrau bei der Bundeswehr

 

zu autsch.de bitte hier klicken

Tina, 15.August 2001

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Das perfekte Paar

Es waren einmal ein perfekter Mann und eine perfekte Frau. Sie begegneten sich, und da ihre Beziehung perfekt war, heirateten sie. Die Hochzeit war perfekt. Und ihr Leben zusammen war selbstverständlich ebenso perfekt.

An einem verschneiten, stürmischen Weihnachtsabend fuhr dieses perfekte Paar eine kurvenreiche Straße entlang, als sie am Straßenrand jemanden bemerkten, der offenbar eine

Panne hatte. Da sie das perfekte Paar waren, hielten sie an, um zu helfen. Es war der Weihnachtsmann mit einem riesigen Sack voller Geschenke. Da sie die vielen Kinder am Weihnachtsabend nicht enttäuschen wollten, lud das perfekte Paar den Weihnachtsmann mitsamt seiner Geschenke in ihr Auto. Und bald waren sie daran, Geschenke zu verteilen.

Unglücklicherweise verschlechterten sich die (ohnehin schon schwierigen) Straßenbedingungen immer mehr, und schließlich hatten sie einen Unfall. Nur einer der drei überlebte.

Wer war es?

Die Antwort weiter unten

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Es war natürlich die perfekte Frau. Sie war die einzige, die überhaupt existiert hatte. Jeder weiß, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, und erst recht keinen perfekten Mann.

Für Frauen endet die Geschichte hier. Männer bitte weiter

unten weiterlesen...

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Wenn es also keinen Weihnachtsmann und keinen perfekten Mann gibt, muss die perfekte Frau am Steuer gesessen haben. Das erklärt, warum es einen Unfall gegeben hat.

Wenn Sie übrigens eine Frau sind und dies lesen, wird dadurch

noch etwas bewiesen: Frauen tun nie das, was man ihnen sagt.

Tina, 26. Oktober 2001 - Verfasser unbekannt

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Das Mutti

geschrieben von Fee Zschocke

Meine geheimnisvolle Verwandlung vollzog sich an einem ganz normalen Montag, nachmittags 17.46 Uhr MEZ, von einer Minute auf die andere. Aus der Spezies „Frau“ (Weiblich, besondere Kennzeichen: leichtsinnig, fröhlich bis albern, sinnlich, kapriziös, attraktiv, witzig, mit einem Hang zum Luxus und zum schönen Phlegma) wurde die Gattung „das Mutti“ (besondere Kennzeichen: bieder, belastbar, besorgt, ernsthaft, genügsam, nervös, 24 Stunden voll im Einsatz).

Das Mutti ist streng geschlechtsneutral und kommt überall auf der Welt vor: Gehäuft auf Kinderspielplätzen. Zu erkennen ist das Mutti an seiner bellenden oder schrillen Tonlage: „Stefan, sofort runter da, sonst setzt es etwas!!“, und an einem rastlosen Betätigungsdrang (bevorzugte Tätigkeiten: stricken, Rotz abwischen, Backe-backe-Kuchen-machen, Mützen ab- und aufsetzen, Apfelsinen schälen, Fläschchen schütteln, Küsschen oder Knüffe verteilen).

Sitzt das Mutti wider Erwarten mal ganz ruhig da, ist zumindest ein Fuß in Bewegung: er schaukelt den Kinderwagen. Das Mutti tritt selten allein auf, sondern ist meist rudelweise von seinen Jungen umgeben. Sind diese noch klein, trägt das Mutti sie in einer textilen Ausbuchtung vor dem Bauch oder Rücken (ähnlich dem australischen Känguru, jedoch bewegt sich das Mutti nur selten hüpfend vorwärts). Wenn die Jungen größer sind und aufrecht gehen können, übt es geduldig die Tätigkeit des „Spazierenstehens“ aus. Während das Mutti-Junge sich im Matsch suhlt, jedes Steinchen auf seine Verwendbarkeit untersucht, Grashalme frisst oder tiefsinnig sein Spiegelbild in Pfützen betrachtet, bleibt das Mutti einfach stehen. So verbringt es einen Großteil seiner Zeit, in Kälte und Nässe ausharrend, stumm, schicksalsergeben.

Mutti ist Frau nicht von Geburt an, zum Mutti wird sie gemacht. Viele Frauen bezeichnen diesen Hergang als äußerst lustvoll, wahrscheinlich gibt es deshalb noch einige von ihnen. Manche machen sich nicht klar, was die Mutti-Metamorphose bedeutet. Auf jeden Fall ist es ein irreversibler Prozess: einmal Mutti – immer Mutti. Was sich auch darin ausdrückt, dass manche „Vatis“ (männlich, besondere Kennzeichen: oft aushäusig, meist paschamässig auf Draht und windelmässig unerfahren, auch – oder gerade – nach der Geburt der Jungen unentwegt um die begehrenswertere Spezies „Frau“ herumbalzend) es fortan neutral „Mutti“ zu nennen.

Für die Aufzucht (siehe auch „Sozialisation“) sind stets wir Muttis allein zuständig – eine Aufgabe, in der wir für den Rest unseres Lebens aufzugehen haben. Durchdrungen von der existentiellen Wichtigkeit des Brutpflegetriebs, werden die Muttis offensichtlich jahrelang zu Höchstleistungen angetrieben. Einem Mutti – und darin erweist sich die ausgesprochene Widerstandsfähigkeit dieser äußerlich schutzbedürftigen, innerlich aber erstaunlich zähen Gattung – macht es nichts aus, drei bis viermal pro Nacht das warme Nest zu verlassen, um die brüllenden Jungen mit Nahrung zu versorgen. Ein Mutti ödet es nicht an, täglich den immergleichen Brei zu bereiten und den immergleichen Spielplatz mit den immergleichen Mit-Muttis aufzusuchen und dort die immergleichen Gespräche zu führen. Wer sich als Artfremder mit uns Muttis unterhalten will, fühlt sich binnen kurzem außen vor. Haben wir Muttis doch eine Art von Geheimcode entwickelt, mit dem wir uns mühelos untereinander verständigen: Da wimmelt es plötzlich von Worten wie Strapelpeterfixies, Paidi, Peaudoux oder Osh-Kosh, es gibt Duplos, den Sauggli, den Schniedelwutz oder den Pipi-Mann, die Tut-tut-Bahn, das Tatü-Tata und das Hoppe-Hoppe; da schwirren so exotische Begriffe durch die Luft wie „Agrar-Test“, „Phimose“, „Ur-Vertrauen“, „rechtsdrehender Joghurt“ oder „Drei-Monats-Koliken“......

Kurz: Besonders Jung-Muttis, die sich in ihrem Dasein als Frau profiliert haben, indem sie ihr Abi mit „Eins“ und ihr Examen mit „cum laude“ gemacht haben, machen in der Regel eine seltsame intellektuelle Regression durch. Wie alle Muttis dieser Welt verfallen sie in eine Art frühkindlicher Stammel-Sprache, deren Hauptbestandteil das Diminutiv ist („Will Dodolein jetzt Heia-Heia machen? Aber erst kriegt Dodolein noch ein Küssilein....“). Die Mutti-Metamorphose ist in allen Bereichen des täglichen Lebens spürbar. Statt „Die Liebe in den Zeiten der Cholea“ Liest das Mutti jetzt „Die Häschenschule“, statt raffiniertem „Kaninchen in Senf-Sauce“ bereitet es gesunden salzlosen Blumenkohl, statt zu „Cabaret“ geht es ins Kindertheater zu „Peterchens Mondfahrt“ und beim Shopping suchen wir nicht nach getupften Ballon-Rock für uns, sondern nach einer strapazierfähigen Latzhose für das Jüngste, genügsam wie wir nun mal sind.

Am verblüffendsten aber ist die optische Verwandlung des Muttis. Knallenge Calvin-Klein-Jeans, spitzenbesetzte BH´s unter schimmernden Seidenblusen, verführerische Stöckel oder ausgeflippte 50er-Jahre-Klamotten – alles passe. Das Mutti, ewig mit Brei bekleckert und ewig in Zeitnot, hat sein farbenfrohes Kleid abgelegt, mit dem es einst Vati zur Balz aufforderte. Bequeme Jeans, Turnschuhe, ein weites Sweatshirt – so etwa sieht der Einheitslook des mitteleuropäischen Mutti-Tiers aus. Verhaltensforscher sprechen inzwischen schon von einem deutlich ausgeprägten „Mimikry-Effekt“: je grauer und eintöniger der Alltag des Mutti zwischen Küche-Kacke-Kindergarten ist, desto grauer und einfallsloser kleidet sie sich.

Und Vati? Vati, der all das gewollt und verursacht hat? Vati schmollt. Er fühlt sich, zumindest im ersten Jahr, um all das betrogen, was ihm bis dahin lieb und teuer war, seine ungestörte Nachtruhe. Sein geregeltes Sexualleben. Seine spontanen, ausgedehnten Kneipen-Touren. Seine saubere, untadelig aufgeräumte Wohnung. Seine stets perfekt angezogene Vorzeige-Frau. Seine Vorrangstellung im Herzen derselben.

Statt dessen sitzt er da mit diesem völlig fremden Wesen, dem Mutti, und leidet unter dem sogenannten „Baby-Speck“ – Symptome: nächtliche Schweißausbrüche bei der ersten lautstarken Unmutsäußerung des Babys, ein heftiges, langanhaltendes Gefühl der Unzugänglichkeit dem Mutti gegenüber („Was zum Teufel ist „teiladaptierte Milch....?“) und des Ausgeliefertseins, das oft klaustrophobische Züge annimmt („Hier komm´ ich nie mehr raus, das geht jetzt zwanzig Jahre lang so weiter....“), nie gekannte seelische Wechselbäder von unbändigem Stolz bis zur ohnmächtigen Wut. Unter dieser Schockeinwirkung – also im Stadium der Unzurechnungsfähigkeit – erliegen manche Väter gern der nächstbesten Versuchung, deren Name „Weib“ ist, und trennen sich von Mutti. Doch es nützt alles nichts. An einem x-beliebigen Mittwoch, um 13.34 Uhr, ist es mal wieder soweit: ein zarter Schrei – und wieder ist ein Mutti geboren.

von Beate, schon viel eher vorgeschlagen, aber erst am 26.Oktober 2001 hochgeladen ....

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Damals im Paradies

Eines Tages im Garten Eden rief Eva zu Gott:

"Ich habe ein Problem !"

"Was ist dein Problem, Eva !?"

"Ich weiß, du hast mich geschaffen und mir diesen Garten mit all den wunderbaren Tieren und dieser lustigen Schlange gegeben, aber ich bin einfach nicht glücklich."

"Warum das, Eva?" kam die Antwort von oben.

"Herr, ich bin einsam und ich kann Äpfel auf den Tod nicht mehr ausstehen!" 

"Gut, Eva. In diesem Fall habe ich eine Lösung. Ich werde einen Mann für dich schaffen."

 "Was ist ein Mann, Herr?" 

"Der Mann wird eine fehlerhafte Kreatur mit vielen schlechten Charakterzügen sein. Er

wird lügen, betrügen und er wird eitel sein: alles in allem wird er es dir recht schwer machen. Aber er wird größer und schneller sein, und er wird es mögen, Dinge zu jagen und zu töten. Er wird albern aussehen, wenn er erregt ist. Aber da du dich beschwert hast, werde ich ihn so erschaffen, dass er dich in all deinen körperlichen Bedürfnissen befriedigen wird. Er wird geistlos sein und wird sich an kindischen Sachen, wie prügeln und einen Ball umherzukicken, erfreuen. Er wird nicht allzu clever sein, so benötigt er also immer deinen Rat um richtig denken zu können." 

"Das klingt gut." sagt Eva mit einer skeptisch erhobenen Augenbraue. "Aber wo

ist der Haken?"

 "Nun.....du kannst ihn nur unter einer Bedingung haben!"

"Welche ist das?" 

"Wie ich sagte, er wird stolz, arrogant und selbstbewundernd sein. So sollst du ihn in dem Glauben lassen, ich habe ihn zuerst geschaffen....vergiss nicht, es ist unser kleines Geheimnis. Du

weißt schon, von Frau zu Frau."

Tina, 15. November 2001 - Verfasser unbekannt

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Hausfrauen in der Waschküche

Meine Waschmaschine ist ja nun seit einiger Zeit kaputt und deswegen benutze ich jetzt die Waschküche und die Trockenräume im Keller unseres Hauses, insgesamt etwa 55 bis 60 Parteien im ganzen Block, meistens selbstgenutzte ETW.

Normalerweise wasche ich am Wochenende so etwa 10 Maschinen. In der Waschküche stehen 2 Maschinen, daher ist das gar nicht so schlimm. Ich bin aber schon angemaunzt worden, ob ich nicht unter der Woche waschen könne. Nein, kann ich nicht, da arbeite ich. "Aber Sie haben doch Kinder!?!?!?! *entsetztschau*." Dabei ging es nur um den Platz im Trockenraum, nicht um die Waschmaschinen, da hätte ich ja noch Verständnis für gehabt. Aber die Frauen meinen, dass Ihnen immer der ganze Trockenraum zusteht, wenn sie da drei Unterhosen hängen haben. Dabei haben wir 4 (!!!!!) Trockenräume.

Letzten Sonntag wusch ich wieder mal meine 10 Maschinen, unter anderem Bettwäsche, und weil der Trockner - im Gegensatz zu den Waschmaschinen - immer noch DM frisst und ich keine hatte, habe ich die Bettwäsche halt aufgehängt. Gestern nahm ich sie runter (muss ich mich schämen, weil die 4 Tage hingen?). Ich habe die glücklicherweise inzwischen knochentrockenen Bettücher gleich zusammengelegt. Darauf die entsetzte Frage, ob ich die nicht bügle. Nein, tue ich nicht, warum auch? Nach einer Nacht sind die wieder knitterig. Ich bügle auch keine Unterwäsche und keine T-Shirts. Ich bügle überhaupt nur meine Heute-kommt-ein-Kunde-und-ich-muß-mich-in-Schale-schmeißen-Blusen und die Hemden meines Mannes (der aber auch kaum welche trägt).

Ich glaube, ich bin eine miserable Hausfrau. Ich traue mich kaum noch in die Waschküche. Irgendwie habe ich jetzt immer das Gefühl, dass ich da schräg angeschaut werde. Ich trage meine Wäsche auch immer in (sauberen!!!!) Müllsäcken nach unten, weil ich keine Wäschekörbe habe (habe ich ja nie gebraucht, weil wir die Maschine im Bad hatten) - grober Fauxpas. Und ich benutze keine Stärke (finde ich kratzig). Und ich wasche Wolle nicht mit der Hand (wozu hat denn die Maschine einen Wollwaschgang?). Und ich habe keine Wäscheklammern (mir ist noch nie etwas heruntergefallen *wunder*).

Wahrscheinlich bin ich jetzt tausend Megahausfrauen hier auf die Füße gestiegen? Aber ich bin von den Superhausfrauen bei uns inzwischen nur genervt.

Dabei haben wir auch supernette Mieter. Aber die haben wahrscheinlich alle eine eigene Waschmaschine *grummel*. Ich mache drei Kreuze, wenn unsere Waschmaschine wieder funzt.

Elisabeth, 18. Januar 2002

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Scheidung ?

 

Aus der Presse wissen wir, dass inzwischen in Deutschland jede dritte Normehe geschieden wird und in der überwiegenden Zahl der Fälle ist es die Frau, die zum Anwalt geht.

Auch in meiner Umgebung höre ich etwa jeden Monat, das sich ein Paar trennt, oftmals kommt das für uns Außenstehende völlig überraschend, nach außen hin schien die Ehe glücklich und zufrieden.

Erst letzte Woche habe ich auf dem Hausfrauen- und Mütterbegegnugsfeld (man kann es auch profan als Spielplatz bezeichnen, aber das wäre nur die halbe Wahrheit) mit einer frisch getrennten Ehefrau unterhalten. Seit August lebt sie von ihrem Mann getrennt und musste als eine der ersten schmerzlichen Tatsachen feststellen, dass sie nicht nur einen Mann, sondern vor allem einen Status aufgegeben hat : von der ehrbaren Ehefrau zur asozialen Alleinerziehenden ! In der gesellschaftlichen Frauenskala ist sie von fast ganz oben (sie hat nur ein Kind) nach fast ganz unten gefallen (immerhin hat sie ein Kind ....).

Der Trennungsgrund war unter anderem, dass der Mann selbstständig wie ein 3 Jähriges Kind ist (keine 2 Wochen nach der Trennung hatte er wieder eine neue Lebensabschnittsgefährtin aufzuweisen). Es würde ihm im Traum nicht einfallen, im Haushalt mitzuhelfen. Er bestimmt, wohin die Familie in Urlaub fährt. Jetzt fährt sie mit dem Kind allein :-)

Eine Freundin hat sich vergangenes Jahr von ihrem Mann getrennt, ihm wurde das Leben mit drei halbwüchsigen Kindern zu anstrengend und so ist er ausgezogen. Endlich konnte er mal mit einer anderen, nicht so langweiligen Frau, ins Bett und endlich konnte er ins Fitnessstudio gehen, wann er wollte und sooft er wollte ! Aber leider wurde ihm schnell klar, dass er nun auch alleine seine Wäsche waschen muss und dass Supermärkte die Lebensmittel nicht in seinen Kühlschrank beamen. Und dann die Unterhaltsforderungen seiner Exfrau !!!!!!! Ein Notar erklärte ihm dann mit knappen Worten, dass die Angetraute auf Ehegattenunterhalt verzichte, ganztags arbeiten gehe und er nur Unterhalt für die Kinder zu berappen habe, den die Angetraute allerdings zu knapp kalkuliert hatte, der musste noch erhöht werden. Wenn er nicht zahlte, dann würde geklagt *batsch*

Die neue Flamme weigert sich, ihm den Haushalt zu führen, will nicht mal bei ihm einziehen ! Die Kinder sieht er alle zwei Wochen von Samstag Abend bis Sonntag Abend - und das ist schon sehr anstrengend für den armen Mann. All diese Lebensumstände ließen ihm keine Wahl, er wollte wieder zuhause einziehen, doch mittlerweile hat der Hund seinen Platz im Ehebett eingenommen und den möchte die Angetraute nicht rausschmeißen. Sie lässt sich nicht mehr zur Putzfrau und zum Kindermädchen degradieren und kassiert weiterhin den üppigen Kindesunterhalt und treibt ihn in die Armut.

Wenn ich von solchen Männern höre, dann wundert mich die hohe Scheidungsrate nicht mehr. Natürlich ziehe ich Vergleiche zu meiner Standesamtlichen Zuteilung, doch zum Glück schneidet er da wesentlich besser ab.

Als nächstes überlege ich dann, wie ich meinen Sohn erziehen kann, damit er mal nicht zu so einem armseligen Wicht mutiert - denn das ist sicher : ändern werden sich die aktuellen Ehemann-Flaschen nicht mehr (schuld sind immer die Emanzen, die dreckigen), aber meine Schwiegertochter soll mir mal dankbar sein *gggggg*

Tina, 21. Oktober 2001

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Sex and the doctor

Heute war ich beim Gynäkologen. Neun Monate nach der Geburt meines Sohnes hat meine Periode wieder eingesetzt. Nicht dass ich sie ernsthaft vermisst hätte, aber ich hatte die Hoffnung, dass unser leicht aus dem Ruder gelaufenes Sexualleben wieder ins Lot kommen könnte, jetzt, wo mein Hormonhaushalt sich wieder normalisiert. Ich hätte so gerne mal wieder mehr Lust auf Sex als auf Fensterputzen. Und ich putze die Fenster nur alle halbe Jahre – wenn’s hoch kommt. Aber der Mann (der Gynäkologe, nicht meiner) nahm mir schnell jede Hoffnung. „Nöö, meinte der. Das hat nichts mit Ihren Hormonen zu tun. Das liegt an der veränderten Situation. Vielleicht sind Sie abends jetzt eher mal etwas müde.“

Recht hatte er. Bin ich. Aber er war noch nicht fertig.

„Wenn Sie daran etwas ändern möchten, dann müssen Sie die Sache selbst in die Hand nehmen.“ Tat ich doch gerade. Ich fragte meinen Gyn um Rat.. Aber der hatte noch mehr auf Lager.

„Da dürfen Sie halt mal nicht bis um halb eins fernsehen. Da müssen Sie mal ein paar Kerzen anzünden und ein Glas Wein zusammen trinken.“

Dieser Knaller! (Ich wiederhole, ich meine den Gynäkologen, nicht meinen Mann.). Erstens mal sehe ich nicht bis halb eins fern, weil ich spätestens um halb zehn vor der Kiste einschlafe. Und des weiteren: Wenn die Sache so einfach wäre, hätte ich wohl kaum das Bedürfnis gehabt mit meinem Arzt darüber zu sprechen. Wir werden wohl eher zu Alkoholikern und fackeln womöglich die Wohnung ab, als dass so plumpe Mittel zum Ziel führen.

Zurück an seinem Schreibtisch warf der Herr Doktor noch einen Blick auf den Bildschirm und meinte dann aufmunternd: „Na, was wollen Sie denn? Die Familienplanung ist ja mit zwei Kindern sowieso abgeschlossen. Da lassen Sie es halt bleiben, wenn Sie keine Lust haben.“

Und dann ist es passiert!

Mit zwei Schritten war ich um den Schreibtisch herum und packte ihn mit beiden Fäusten an den Kragenenden seines Kittels. Ich riss ihn vom Stuhl hoch, bis sein Gesicht auf der Höhe von meinem war und zischte ihn an: „Wann meine Familienplanung abgeschlossen ist, bestimme ich immer noch selbst.“ Er kniff etwas die Lider zusammen, weil er meinen Speichel in die Augen bekommen hatte. Außerdem lief er dunkelrot an, weil mein eisenharter Griff die Blutzufuhr zu seinem Hirn absperrte. Ich schüttelte ihn leicht.

„Und, Doktorchen, wenn man die Probleme mit meinem Sexualtrieb mit ein paar Kerzen und `ner Flasche Wein beheben könnte, dann wären solche Zeitungen wie Freundin und Brigitte schon reihenweise pleite gegangen.“

Er röchelte etwas. Ich lockerte den Griff um seinen Kragen, presste ihn dafür fest an die Wand. Die blaurote Gesichtsfarbe wich einem freundlichen Aschgrau. Aber ich war noch nicht fertig mit dieser Stütze des deutschen Gesundheitswesens.

Weißt du, Doktorchen, ich könnte jetzt auch einen ultimativen Eingriff in deine  Familienplanung vornehmen.“ Ich hob etwas mein Knie. Der Arzt riß die Augen auf und schüttelte heftig den Kopf.

„Na gut. Ich lasse noch mal Gnade vor Recht ergehen“, sagte ich und verließ die Praxis. 

Okay, okay, es war ein klitzeklein bisschen anders. Tatsächlich sagte ich fast gar nichts mehr, verabschiedete mich höflich und verließ immerhin türenschlagend die Praxis. Na ja, nicht wirklich türenschlagend. Es war halt Durchzug.

Ich hätte kotzen können, aber auch das tat ich nicht, denn damit hätte ich nur die Putzfrau des Ärztehauses getroffen.

Hier die Erkenntnis des heutigen Tages: Ich bin über dreißig, habe zwei Kinder. Ich brauche keinen Sex mehr.

Bisher war es mir egal, ob ich eine Normfrau bin oder nicht, aber wenn das die Norm ist, dann doch lieber nicht. 

PS: Ich danke der Normfrau für das Telefonat, das mich wieder aufgepäppelt hat und für die Telefonnummer ihres Gynäkologen.

Daniela, 26. März 2002

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Gute Mütter

Eine Nachrichtenmeldung schreckte die Mütter der Nation auf:

Zweijähriges Mädchen stirbt in überhitztem Auto

dpa Memmingen - In einem völlig überhitzten Auto ist ein von seiner Mutter zurückgelassenes zweijähriges Mädchen im schwäbischen Memmingen ums Leben gekommen. Die 32-jährige Mutter aus dem baden-württembergischen Grenzgebiet zu Bayern habe das Auto mit ihrer schlafenden Tochter um 8.00 Uhr im Schatten abgestellt, berichtete die Polizei gestern. Bei ihrer Rückkehr fast drei Stunden später habe der Wagen in der prallen Sonne gestanden, wo im Inneren des Autos Temperaturen um 46 Grad herrschten. Die Staatsanwaltschaft Memmingen ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. «Bei einer solchen Familientragödie gibt es auch die Möglichkeit, von Strafe abzusehen», sagte Behördenleiter Alfred Stoffel. Die Frau, die ein weiteres Kind erwartet, liegt mit einem Schock im Krankenhaus. Auch der Vater sei noch nicht vernommen worden. Laut Obduktion starb das Kind an Herz- und Kreislaufversagen, ausgelöst durch Überhitzung.
 

Berliner Morgenpost vom 21.6.2002
 

Wie viele andere dachte ich auch zuerst: "Wie konnte diese Frau ihr Kind nur drei Stunden allein im Auto lassen ? Mit so einer habe ich kein Mitleid !!!"

Carola von der Hausfrauenseite hat mich dann allerdings zum Denken angeregt - WARUM die Mutter das Kind solange im Auto lies ist nämlich auch bis heute (25. Juni) noch nicht geklärt. Fest steht nur, dass die Mutter zur Firma des Vaters fuhr und das Auto mit dem schlafenden Kind um 8 Uhr im Hinterhof im Schatten abstellte und tatsächlich erst 3 Stunden später jemand nach dem Kind schaute.

Vom Vater ist in den ganzen Meldungen übrigens nie die Rede - können Väter nicht nach Kindern schauen ?

Was bringen uns anderen Müttern die empörten Aufschreie ? UNS passiert so was niemals, weil eine gute Mutter ihr Kind natürlich nicht auch nur eine Minute aus den Augen lässt, geschweige denn es alleine im Auto zurück lassen würde - NIEMALS - N E V E R !!!!

Brauchen wir um unser Selbstbild als Mutter zu bestätigen diese Frau als absoluten Nullpunkt in unserer "guten-Mutter-Skala" ? Die hat ihr Kind im Auto qualvollst sterben lassen - ich würde mein Kind niemals im Auto lassen, also bin ich eine tolle Mutter und die ist Dreck.

In einem Mütterforum habe ich diesen Gedanken mal angesprochen und wurde von den selbsternannten Rächer-Müttern in die Schranken gewiesen - sie sind gute Mütter und wer nicht so denkt und handelt wie sie, der ist Abschaum und sollte sofort die Kinder weggenommen bekommen. Dort fühlen sich einige Frauen als Richter, Ankläger und Vollstrecker gleichzeitig: das tote Kind war allein im Auto, mehr müssen sie nicht wissen um das Urteil über die Mutter zu fällen und schreien danach, dass ihr das noch Ungeborene sofort nach der Geburt weggenommen wird und die Frau lebenslang in den Knast wandert - ach was Knast, das ist noch viel zu gut für so eine ! Man forderte, sie gefesselt und im Schneeanzug 3 Stunden in eine Sauna zu stecken ! Lynchjustiz und Selbstherrlichkeit gehören anscheinend zusammen. Es folgte eine regelrechte Hexenjagt, es wurden Unterstellungen und Vermutungen geäußert, die dann zwei Postings später als Beweismittel gegen mich und andere schlechte Mütter herangezogen wurden. Aus meinem Einwand, dass es ja vielleicht so gewesen sein könnte, dass das Mädchen die ganze Nacht nicht geschlafen haben könnte und die Mutter es deshalb nicht wecken wollte - was ich vielleicht auch getan hätte  wurde: du lässt dein Kind also auch stundenlang im Auto allein, ich mache das nie, ICH NICHT !

Jeder kleine Einwand wurde von den Supermüttern weggefegt - man lässt Kinder nicht allein und fertig, ihnen würde so was niemals passieren können, weil sie sind gute Mütter und sie haben die Verantwortung für ihre Kinder übernommen und sie stehen dazu - Punktum! Interessanterweise vertreten vor allem Ein-Kind-Mütter 3 Monate nach der Geburt desselbingen solch radikale Meinungen.

Hoffentlich holt sie die Realität nicht zu schnell und zu hart ein.

Tina, 25. Juni 2002

 

Nachtrag

Man muss nur lange genug warten.

Eine der Supermütter aus besagtem Forum schrieb vor ein paar Tagen, dass sie im Auto geblitzt worden sei - mit etwa 50 km/h in einer Tempo 30 Zone vor einer Schule. Aber wen interessieren schon die Kinder andere Leute??

Und als der gleichen Supermutter dann eine Woche später das eigene Kind vom Wickeltisch fiel - welcher guten Mutter passiert den sowas ??? - da jammerte sie im Forum um Mitleid und bekam es auch, von den gleichen Hyänen, die über andere verantwortungslose Mütter herfallen. Doppelmoral ist da noch ein sanfter Ausdruck ......

17. August 2002

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Hausfrauenfrust

Hausfrauenfrust macht sich breit, wenn .......

.... ich immer die gleichen Böden putze - um zu sehen wie kurze Zeit später wieder jemand Apfelsaft verschüttet.

.... ich Socken sortiere, saubere Pullis in den Schrank lege und  genau die gleichen Klamotten wenige Tage später wieder in die Waschmaschine stopfe.

... ich den Kühlschrank fülle und zwei Tage später der Käse alle und die Butter knapp ist und von meinem Lieblingsjoghurt ist auch nichts mehr da (ich habe natürlich keinen Becher abbekommen)

... ich koche, wische, tue und mache und doch nie das Gefühl habe wirklich produktiv zu sein.

.... ich auf mein Girokonto schaue und es im besten Fall gerade so ausgeglichen ist, aber ich leider noch 2 Wochen bis zum nächsten Gehalt überbrücken muss.

.... ich auf die Waage steige und die das Spiegelbild bestätigt - ich werde immer fetter.

.... ich das Gefühl habe, dass mich jedes zusätzliche Kilo Körpergewicht 10 Punkte meines IQ`s kostet - die geistige Herausforderung durch meinen Haushalt ist wirklich enorm !

Und dann kommen diese Tage, da schreit das Baby in einer Tour, es regnet, es sind Ferien und die größeren Kinder quälen sich gegenseitig - da hilft dann nur noch Alkohol oder Schokolade; ich entscheide mich für die Schokolade, viel Schokolade, die sich sofort mit ungefähr 5 Kilo Fett auf meinen Hüften festsetzt und mein IQ sinkt um weitere 50 Punkte und das Baby schreit und die großen Kinder schreien und die Wäsche türmt sich und der Boden klebt und irgendwas wichtiger wollte ich noch erledigen ............

Ich bin unzufrieden, ich bin so unzufrieden, dass ich meine Freundinnen um alles mögliche beneide und sie das auch spüren lasse - obwohl ich mir bewusst bin, dass es ihnen letztendlich auch nicht besser geht als mir. Diese Spirale aus Unzufriedenheit, Neid und Selbstmitleid zieht mich immer weiter nach unten und ich finde keinen Weg hinaus aus diesem Kreislauf.

Tina, 1. August 2002

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30

In drei Wochen ist es soweit: ich werde 30, zufällig am ersten Jahrestag der Zerstörung des World Trade Centers.

Ich sah die Ally McBeal Folge, in der eben diese 30 Jahre alt wurde und da habe ich noch gelacht, denn erstens lief diese Folge vor etwa 2 Jahren (da war ich noch weit, weit entfernt von meinem 30ten Geburtstag) und zweiten bin ich im Gegensatz zu Ally sowohl verheiratet und habe auch schon Kinder.

Und deshalb sah ich bis vor kurzem meinem 30ten Geburtstag recht gelassen entgegen.

Aber jetzt häufen sich die unheilvollen Vorzeichen:

* das erste Vorzeichen war mein Gesicht - plötzlich gehen die kleinen Lachfalten nicht mehr weg, sobald ich wieder ernst gucke, nein sie haben sich in mein Gesicht gegraben und plötzlich rächt sich, dass ich die Cremes mit den Anti-Aging-Wirkstoffen immer wieder schnell zurück ins Regal stellte. Was kostet so ein Lifting eigentlich ???

* das zweite Vorzeichen folgte auf den Fuß: meine Oberschenkel. Schlank sind sie ja schon lange nicht mehr, aber so halbwegs straff waren sie doch - bis jetzt! Cellulitis macht sich breit und wie man in jeder guten Frauenzeitschrift nachlesen kann ist Cellulitis der Anfang vom Ende - frau wird alt, alt und faltig ....... wie Kylie Minogue ......

* seit dieser Woche (wir schreiben Mitte August 2002) sind alle meine Kinder vormittags außer Haus. Die große kam in die 5.te Klasse, der Mittlere in die Schule und Nummer 3, kaum dass sie abgenabelt wurde, in den Kindergarten. Meine Kinder sind ein ganzes Stück selbstständiger geworden und ich ein Stück überflüssiger - soll ich meine Fürsorge ab sofort meinen Fenstern widmen ??? Selber das Wohnzimmer verwüsten und weiterhin Sesamstrasse gucken ?

* der Hammer kam dann vor 2 Tagen: mein Tagespflegekind kann nicht mehr kommen, weil der Vater arbeitslos wurde und somit auch ich (nur steht mir kein Arbeitslosengeld zu). Wie es sich für eine Normfrau gehört (und danach streben wir doch alle) ist es jetzt an mir, mir eine Halbtagsstelle zu suchen - arbeiten gehen oder das zweite Auto verkaufen. Dummerweise rief mich noch kein Personalchef spontan an um mir eine gut bezahlte Heimarbeit anzubieten und das kann eindeutig nur an der Cellulitis liegen ....

Was mache ich nun ? Soll ich anfangen Krönung light zu trinken und meine Slipeinlage je nach Bedarf klein falten oder nicht ? Zusehen, dass ich so schnell wie möglich wieder schwanger werde, damit ich im gewohnten Trott bleibe ? Was bleibt eine Frau jenseits der 30 noch vom Leben ???? (mein Mann beginnt auf einmal mich zu zitieren - all die netten Sachen, die ich zu ihm sagte, als er 30 wurde).

Werden Normfrauen älter als 30 ?

Werden wir aus der Norm gefallenen mit 30 automatisch in die Norm-Form gequetscht?

Was mache ich in 10 Jahren, wenn die 40 anstehen ??

Tina, 18. August 2002

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Maschinen mit Sensor

Wenn ich meine Umgebung beobachte, dann komme ich zu dem Schluss, dass Maschinen und Geräte mit Sensoren ausgestattet sein müssen. Diese Sensoren registrieren das Geschlecht des Nutzers und reagieren dann je nach Programmierung entweder einwandfrei oder mit Funkenschlag und Kurzschluss.

Waschmaschinen zum Beispiel arbeiten nur, wenn eine Frau sie bedient. Kommt ein Mann in unmittelbare Reichweite eines dieser Geräte, dann stellt es sich tot. Waschmaschinen lassen sich auch nicht überlisten, in dem eine Frau sie befüllt, ihr gut zuredet, sie streichelt und ein Mann dann den Ein-Schalter drückt  - in diesem Fall wird sich die Laugenpumpe sofort mit dem Ablaufschlauch erdrosseln und der Motor explodieren. Die einzigen Männer, die von der Waschmaschine akzeptiert werden, sind Waschmaschinen-Monteure, aber das auch nur für viel, viel Geld ....

Bohrmaschinen hingegen arbeiten nur für Männer. Ein Mann kann auf einer wackeligen Leiter, einhändig und ohne Kraftaufwand mühelos ein 14er Loch in den Fenstersturz bohren. Versucht eine Frau hingegen in weichen Gipsputz ein klitzekleines Löchlein für einen Haken zu bohren, dann stürzt sich die Bohrmaschine mit dem gesamten Bohrfutter in den Putz und brennt aus. Man munkelt von einigen besonders bösartigen Exemplaren, die Frauen mit multiplen Piercings versehen haben, nur weil sie die Bohrmaschine auf Bitte ihres Mannes kurz gehalten haben.

Stichsägen sind hinterhältig. Benutzt sie ein Mann, dann zaubern sie mit Leichtigkeit und Eleganz die spitzesten Winkel und sanftesten Kurven in Hölzer und Platten. Aber wehe eine Frau legt Hand an eines dieser Geräte, dann zickt und bockt es und das Holz sieht aus wie abgebrochen. Lässt die Frau es darauf ankommen und beendet das Holz-Massaker nicht sofort, dann richtet sich die Stichsäge gegen die Benutzerin und entfernt ihr in sanften Kurven die Hand vom Arm.

Die Mimose unter den Geräten ist das Bügeleisen. Mädchen werden schon mit einem Bügeleisen in der Hand geboren und können 4 Wochen später perfekte Bügelfalten in die Hosen ihres Vaters zaubern. Schaut ein Mann ein Bügeleisen nur an, dann fällt es sofort ins Koma; fasst ein Mann es gar an, dann zerfällt es sofort zu Staub und Asche. Dieses Verhalten wurde schon Millionenfach beobachtet, deshalb werden jungfräuliche Bügeleisen zur ihrem Schutz nur in blickdichten Packungen und sicher zwischen Lockenstäben und Epiliergeräten angeboten.

Vielleicht ist in diese Geräte auch gar kein Sensor eingebaut und es handelt sich um unumstößliche Naturgesetze?

Tina, 1. Okober 2002

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Dankbarkeit

oder:

Das Recht in Ruhe unglücklich zu sein

In letzter Zeit frage ich mich ernsthaft, wer uns das mit der Dankbarkeit eingetrichtert hat.

Seit Jahren betreue ich brav meine Familie, Mann und drei Kinder. Alles wie es sich gehört. Deshalb sind meine Gedanken auch eigentlich ungeheuerlich.

Das zweite Kind hat ein Handicap, das mitunter recht umfangreiche Pflege erforderlich macht. Aber egal: Seien wir dankbar, dass es ihn nicht noch schlimmer erwischt hat. Er ist wenigstens nicht schwerstbehindert.

Ähnlich ergeht es mir, wenn ich mir den Gesundheitszustand meines unschlagbaren Gatten ansehe. Ein Beamter mit solchen Einschränkungen wäre schon im Vorruhestand, todsicher. Aber seien wir lieber dankbar, dass er überhaupt noch Arbeit hat; bei der heutigen Arbeitsmarktlage.

Mir selbst ging es auch kein Stück besser. Ein ziemlich fieser Bandscheibenvorfall im Halswirbelbereich hatte mich bereits drei Wochen außer Gefecht gesetzt, als ich fast ohnmächtig vor Dauer-Schmerz endlich zur Operation im Krankenhaus gelandet bin.

Was muss mir passieren: Links und rechts von mir liegen zwei überaus nette, ältere Damen, beide mit der Diagnose : Gehirntumor. Das war doch wirklich nicht zu fassen:

Nicht einmal im tiefsten Schmerz ging es ohne Dankbarkeit. Ich musste mir wohl oder übel vor Augen halten: Sei dankbar, es hätte auch noch schlimmer sein können.

Aber ehrlich gesagt, habe ich gar keine Lust mehr, immer für irgendetwas dankbar zu sein. Ich will jetzt mal in Ruhe unglücklich sein.

Wenn schon nahezu alles schief geht im Leben, muss man doch nicht noch ständig dankbar sein, dass es einen nicht noch härter getroffen hat, oder ??

A.R. 24. Oktober 2003

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